Sexocorporel vermittelt fundiertes Wissen über erotisch-sexuelle Vorgänge im Körper. Wichtig ist die genaue Beobachtung und die Orientierung an den Fähigkeiten (nicht an den Defiziten). So wie jedes Kind Sprechen und Laufen lernt, so lernt jeder Mensch die sexuelle Erregbarkeit seines Körpers kennen und entwickelt Strategien damit umzugehen.
(Transparenz ist uns wichtig: In den Profilen unseres Teams finden Sie konkrete Angaben darüber, wer welche Ausbildung teilweise oder komplett durchlaufen hat)

"At my age, most of my dreams have been accomplished. They have all been oriented toward a humanistic goal, that is to bring couples, men and women to a harmonious and happy love and erotic relationship."

Jean-Yves Desjardins (1931-2011), Begründer der Sexocorporel Methode

Sprechen und Laufen lernen wird gelobt, unterstützt und optimiert. Die sexuelle Entwicklung muss meistens gegen Widerstände und im Verborgenen geschehen. Oft entwickelt sich nur ein Bruchteil der Möglichkeiten, die Vorgänge unter der Gürtellinie sind mit Scham besetzt und erzeugen Unsicherheit.

Sexocorporel vermittelt Atem- und Bewegungsübungen die helfen den eigenen Körper besser zu spüren und es ladet dazu ein mit der eigenen Erregung u. U. anders umzugehen als bislang gewohnt.

Der Lehrgang Sexocorporel wurde vor allem für die Arbeit von Ärzten und Psychotherapeuten entwickelt, d. h. der Schwerpunkt liegt auf Gesprächen und Übungen ohne intime Berührungen und ohne Nacktheit.

Für uns als Tantramasseurinnen ist dieses Wissen eine wertvolle Ergänzung.

Auf der Website des ZISS werden sehr empfehlenswerte Texte kostenlos zur Verfügung gestellt:

Vaginismus und Dyspareunie der Frau

Kapitel von Dr. med. Karoline Bischof in «Leitfaden Sexualberatung für die ärztliche Praxis»

Erektionsstörung- erektile Dysfunktion - ED

Kapitel von Dr. med. Peter Gehrig in «Leitfaden Sexualberatung für die ärztliche Praxis»

Orgasmusstörungen der Frau

Kapitel von Dr. med. Karoline Bischof in «Leitfaden Sexualberatung für die ärztliche Praxis»

Grundlagen des Approche Sexocorporelle (AS)

Die Besonderheit des Approche Sexocorporelle (AS) ist eine differenzierte und umfassende Einbeziehung von psychischen, kognitiven, sexodynamischen, beziehungsdynamischen und physiologischen Komponenten im Erleben der eigenen Sexualität.

Der AS betrachtet den Menschen als körperlich und seelisch untrennbare Einheit, unterscheidet jedoch aus wissenschaftlichen Gründen den expliziten Körper (den sichtbaren, bewegbaren Körper, die Sinnesempfindungen) und den impliziten Körper (Wahrnehmungen, Emotionen, Gedanken, Fantasien).

Die menschliche Sexualentwicklung - der Sexualisierungsprozess - dauert von der frühesten Kindheit bis ins Alter und verläuft über eine Vielzahl von persönlichen Lernschritten. Die Hirnreifung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Auseinandersetzung mit der Umwelt.
Der Sexualisierungsprozess beginnt mit dem bereits vorgeburtlich angelegten Erregungsreflex, der sich im Verlauf der Entwicklung mit immer mehr motorischen, sensorischen, symbolischen, kognitiven und kommunikativen Funktionen verbindet.

Alle diese Komponenten werden in der therapeutischen Begleitung in Betracht gezogen, was in dieser umfassenden Art sonst in keinem anderen sexualtherapeutischen Ansatz passiert.

Wissenschaftliche Entwicklung des Ansatzes von Sexocorporelle

Jean - Yves Desjardin entwickelte den Ansatz des Approche Sexocorporelle (AS) am Department de sexologie de l'Universite du Quebec in Montreal, der weltweit einzigen sexologischen Fakultät, die er gemeinsam mit Prof. Claude Crepault gründete. Auf der Basis von klinischen Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen erarbeitet er bis 1988 ein Modell sexueller Entwicklung und Funktionalität, welches er seither in Zusammenarbeit mit Sexologinnen und Sexologen entsprechend neuer sexualwissenschaftlicher Erkenntnisse erweiterte.

Das Therapeutische Konzept von Sexocorporelle

Bei der Behandlung sexueller Störungen wird ein großes Augenmerk auf die Erregungsfunktion gelegt, das ist das Steigern, Modulieren und lustvolle Erleben der Erregung. Ausschlaggebend für die Art, wie wir Erregung wahrnehmen, ist die eigene Möglichkeit, Atmung, Muskeltonus, Bewegung und Rhytmus differenziert einzusetzen und dadurch Sexualität dementsprechend zu erleben. Es werden fünf verschiedene Erregungsmodi unterschieden.
50 % der sexuellen Probleme stehen in direktem Zusammenhang mit der Art und Weise, wie limitiert Atmung, Muskeltonus, Bewegung und Rhythmus eingesetzt werden.

Klinische Erfahrungen zeigen mit aller Deutlichkeit, wie Störungen der Erregungsfunktion (Ejaculatio präcox, Anorgasmien, Lustlosigkeit, erektile Dysfunktionen etc..), des sexuellen Begehrens und zum Teil des Erlebens der Geschlechtsidentität mit Lernschritten auf der Ebene der Erregungsfunktion zusammenhängen.

Weitere Informationen unter www.ziss.ch und unter Institut Sexocorporel Deutschland